Auch in der – vergleichsweise einfachen – Welt der Bankanlagen gibt es den ein oder anderen Begriff, der nicht ganz so selbsterklärend ist, wie es zuerst scheinen mag. Heute geht es also um Tagesgeld, Sparbuch und Festgeld – was steckt genau hinter diesen Bezeichnungen, wie unterscheiden sie sich und welches ist Dein Konto der Wahl?

Tagesgeld: Flexibilität steht im Vordergrund

Was ist das?
Ein Tagesgeldkonto ist die flexibelste Art der Geldanlage. Du kannst jederzeit über Dein gesamtes Guthaben verfügen, ohne Kündigungsfristen oder andere Einschränkungen. Allerdings sind die Zinsen variabel und können täglich dem aktuellen Markt angepasst werden.
Das bedeutet, sie können steigen, aber auch fallen: In der Regel passen Banken natürlich nach unten hin schneller als nach oben an – war ja klar, nicht wahr? 😉
Tagesgeldkonten sind besonders für Dich geeignet, wenn du dein Geld sicher anlegen, aber trotzdem schnell darauf zugreifen möchtest.

Bitte verwechsele es nicht mit einem Girokonto:
Auch wenn Du jederzeit verfügen kannst, so kannst Du doch keine Überweisungen, Lastschriften o.ä. von diesem Konto ziehen: Das bleibt deinem Kontokorrent-Konto (die finanztechnisch korrekte Bezeichnung für das Girokonto) vorbehalten.
Aber: Gutschriften auf das Konto laufen lassen kannst Du durchaus !

Wenn Du ein Angebot siehst, welches Dir z.B. 3% Zinsen für 6 Monate auf dem Tagesgeld verspricht, so kannst Du sowas ruhig annehmen, denn hier wird kein gesonderter Vertrag (wie beim Festgeld) geschlossen, sondern Dir einfach versprochen, dass die Bank in dieser Zeit den Zins nicht absenken wird.

  • Vorteile: Hohe Flexibilität, da du jederzeit über dein Geld verfügen kannst. Wenn es Zinsen gibt, so sind sie i.d.R. höher als auf dem Sparbuch – in Negativ-Zinszeiten könnten aber Verwahrentgelte (ein anderes Wort für Minuszinsen) fällig werden.
  • Nachteile: Die Zinsen sind variabel und werden nicht festgeschrieben. In Zeiten niedriger Zinsen kann die Rendite gering oder sogar negativ sein (und vergiss` die Inflation nicht!).

Festgeld: Sicherheit durch feste Laufzeiten

Was ist das?
Beim Festgeld schließt du mit der Bank einen extra Vertrag ab, in dem festgelegt wird, welche Summe Du für welche Zeit und zu welchem Zinssatz anlegst.
Der Zeitraum kann von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren reichen und Du kannst während dieser Laufzeit nicht auf Dein Geld zugreifen, erhältst dafür aber einen i.d.R. höheren Zinssatz als beim Tagesgeld zum Abschlusszeitpunkt (logisch: Die Bank kann verlässlich über den Zeitraum mit Deinem Geld arbeiten, es also an andere Kunden verleihen und ähnliches.).
Dein Zinssatz bleibt also über die gesamte Laufzeit gleich, unabhängig davon, was sonst am Markt passiert: steigen die Zinsen noch, so hast Du Pech gehabt. Fallen sie, so wünschst du dir, du hättest Dich noch länger gebunden…

Falls Du vor Ablauf der Laufzeit doch über Dein Geld verfügen musst, so könnte Dir die Bank dies verweigern (wird sie nicht tun – aber Vertrag ist Vertrag!) bzw. wird sie Dir keine Zinsen zahlen (bzw. die bereits gezahlten Zinsen zurückverlangen) oder sogar einen Strafzins verhängen (steht im Kleingedruckten. Solltest Du also lesen.).
Ebenfalls aufpassen solltest Du bei den Kündigungsklauseln:
Oftmals ist hier vereinbart, dass sich der Vertrag um die gleich Laufzeit verlängert, solltest Du nicht rechtzeitig (mit 3 Monaten vorher bist Du immer auf der sicheren Seite) gekündigt haben.

  • Vorteile: Fester Zinssatz über die gesamte Laufzeit. Oftmals höhere Zinsen als beim Tagesgeld oder Sparbuch.
  • Nachteile: Keine Flexibilität während der Laufzeit. Das Geld ist bis zum Ende der vereinbarten Frist gebunden.

Sparbuch: Der Klassiker unter den „Geldanlagen“

Was ist das?
Ein Sparbuch ist eine fast ausgestorbene Spezies der Bankprodukte – es war die Urform des Sparens.
Hier kannst Du beliebig viel einzahlen und monatlich bis zu 2000 Euro abheben. Falls Du mehr als 2000,- Euro auf einen Schlag abheben musst, so kannst Du entweder diese Summe 3 Monate vorher ankündigen oder zahlst einen kleinen Strafzins (ein Viertel dessen, was sie Dir an Zinsen für die Summe für 3 Monate zahlen würden). In 0-Zins-Zeiten fällt natürlich auch kein Strafzins an.

  • Vorteile: Ich finde Sparbücher immer noch klasse. Vielleicht ist das aber auch nur ein Nostalgiegefühl (da kommt die Bankerin in mir raus 😉 )?
    Ich nutze Sparbücher dafür, unterjährig Geld für die jährlichen Versicherungszahlungen oder Urlaubsreisen anzusammeln. Außerdem kannst Du hier sicher Geld parken, welches aus Sicherheitsgründen vom Girokonto wegmuss und dessen Verwendung Du bereits absehen kannst (Kündigung der Summe nicht vergessen).
    Außerdem können hier keine Negativzinsen oder Verwahrentgelte verlangt werden (und DAS ist ein echter Vorteil!), denn das geben die gesetzlichen Bestimmungen nicht her.
  • Nachteile: Niedrige Zinsen. Weniger Flexibilität als beim Tagesgeld, aber mehr als beim Festgeld.

Fazit

Die Wahl zwischen Tagesgeld, Festgeld und Sparbuch hängt von deinen individuellen Bedürfnissen ab.
Möchtest du flexibel bleiben und jederzeit an dein Geld kommen, ist das Tagesgeldkonto die beste Wahl.
Steht ein fester Betrag zur Verfügung, den du über einen bestimmten Zeitraum nicht benötigst, dürfte ein Festgeld (siehe auch hier -> Wie Du eine Festgeldtreppe baust) die höhere Rendite bringen. Und das Sparbuch? Das ist immer noch eine gute Option für alle, die es traditionell mögen und auf einfache Weise sparen wollen.

Welche Anlageform bevorzugst Du? Hast du schon Erfahrungen mit einem dieser Produkte gemacht? Teile Deine Gedanken und Erfahrungen gerne in den Kommentaren!

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